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Die Preußen vor Prag

1757

1. Als die Preußen marschierten vor Prag, vor
Prag, die schöne Stadt, sie haben ein Lager ge
schlagen, mit Pulver und mit Blei ward's betragen, Ka
nonen wurden drauf geführt, Schwerin hat sie da kommandiert.

2. Ein'n Trompeter schickten sie hinein: ob sie das Prag wolln
geben ein, oder ob sie es wollten lassn beschießen? - "Ihr Bürger,
laßt's euch nicht verdrießen! wir wollen's gewinn'n wohl mit dem
Schwert; es ist ja viel Millionen wert!" -

3. Der Trompeter hat Order gebracht und hat's dem König selber
gesagt: "O König, großer Klnig auf Erden, dein Ruhm wird dir
erfüllet werden! Sie wolln das Prag nicht anders geben ein, es soll
und muß geschossen sein!"

4. Darauf rückte Prinz Heinrich heran, rückt an mit vierzigtausend
Mann. Und als Schwerin das nun hatte vernommen, daß der Succurs
war angekommen, da schossen sie wohl tapfer drein: Bataille muß ge
wonnen sein!

5. Die Bürger schrien: "Daß Gott erbarm! wie macht uns doch
der Fritz so warm! Wir wollten ihm das Prag gern eingeben; ver
schon er uns doch nur das Leben!" Der Kommandant, der ging's
durchaus nicht ein; es soll und muß geschossen sein!

6. Hierauf ward ein Ausfall gemacht; Schwerin, der führt, ja
führt die Schlacht. Potz Donner, Hagel, Feur und Flammen! so
schossen sie die Festung zusammen. Und bei so großer Angst und Not,
Schwerin, der ward geschossen tot.

7. Da fing der Künig wohl an: "Ach, ach, was habn die Feinde
gethan! Ja, meine halbe Armee wollt ich drum geben, wenn mein
Schwerin noch wäre am Leben; er war allzeit ein tapfrer Kriegesheld,
stand allezeit bereit im Feld." -

8. Ei, wer hat denn das Liedlein erdacht? Wohl drei Husaren,
die haben's gemacht; bei Lowositz sind sie gewesen, in Zeitungen habn
sie's gelesen. |: Triumph, Triumph, Viktoria! es lebe der große Friedrich
allda! :|

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