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1. Brüder, laßt uns lustig sein,
weil der Frühling währet;
bricht der Jahre Winter ein,
ist die Kraft verzehret.
Tag und Stunde weilen nicht;
dem der keine Rosen bricht,
|: ist kein Kranz bescheret. :|

2. Unser junges Leben eilt
mit verhängtem Zügel;
Krankheit, Schmerz und Gram verweilt,
nur die Lust hat Flügel.
Ob wir hier uns wiedersehn
und wie heut ein Fest begehn,
wer gibt Brief und Siegel?

3. Wo sind jene, sagt es mir,
die vor wenig Jahren
jung und fröhlich, so wie wir,
voll Hoffnung waren?
Ihre Leiber deckt der Sand,
sie sind weit von hier verbannt,
aus der Welt gefahren.

4. Wer nach unsern Vätern forscht,
mag den Kirchhof fragen:
ihr Gebein, das längst vermorscht,
wird ihm Antwort sagen:
"Nützt das Leben, braucht es bald;
eh die Morgenglocke schallt,
kann die Stunde schlagen!"

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