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Kaiser Wilhelm

E. Schneider. 1883

1. Schlagt an, ihr Trommler, mit doppelter Macht, ihr Hörner, ruft
laut zum Gefechte; denn der Kaiser der Deutschen
sprengt in die Schlacht, der Kaiser aus Zollerngeschlechte, denn der
Kaiser der Deutschen sprengt in die Schlacht, der Kaiser aus
Zollerngeschlechte.

2. Es schnaubt sein Roß von Trakehner Art, weil das Plänkler=
feuer knattert, |: wie Silber so weiß glänzt des Greises Bart, sein
wallender Helmbusch flattert. :|

3. Laut brüllen Geschütze schon nah und fern, doch lauter schallt
jubelnd und brausend der Gruß der Soldaten für Kaiser und Herrn,
der Gruß von zweihundertmaltausend.

4. Das ist kein Mann wie ein anderer Mann, vom Augenblick
hoch erhoben; ihn umhüllte fürs Auge, das sehen kann, ein Mantel,
von Strahlen gewoben.

5. Und den Helm ihm umzieht ein Reif von Gold, der funkelt seit
tausend Jahren dem Feinde zum Schrecken, dem Freunde hold; deß
Erben die Zollern waren,

6. Die ohne Mandat das Reich gemehrt in hundert Stürmen und
Schlachten, und ihm ein Kleinod langentbehrt, die Eintracht, wieder
brachten.

7. Was ist da, jubelt’s im ganzen Heer, des Einzelnen Not und
Verderben genüber des Volks uralter Ehr? Herr Kaiser, befehlt, und
wir sterben!

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