arrow_back KommersbuchApp

Bismarcklied

Paul Warncke. 1895

1. Nun steige der Begeistrung Flamme helllodernd auf in unserm
Sang: dem Manne gilt’s von deutschem Stamme, dem Helden, der
den Drachen zwang, der an des Rheines Rebenborden gepflanzt des
Reiches mächtgen Baum, dem Mann, durch den zur Wahrheit worden
der Väter sehnsuchtsvoller Traum.

2. Wie lag das Vaterland danieder, dem Fremden lange schon
ein Spott; da sandte uns dem Hermann wieder der alte treue deutsche
Gott! Und das wird nimmer ausgesungen bis an der Erde letzten
Tag, wie, von dem deutschen Aar bezwungen, der welsche Hahn am
Boden lag.

3. Wer wagte da noch zu verlachen der Deutschen heilges Vater=
land? Denn auch der Zwietracht giftgen Drachen schlug dieser Mann
mit starker Hand! Und uns erschien die große Stunde, da hob der
Held, lorbeerumlaubt, die Krone von des Rheines Grunde dem deutschen
Kaiser auf das Haupt!

4. Das wollen wir ins Herz uns schreiben, den fernsten Enkeln
sei’s bewahrt; ein Vorbild soll er sein und bleiben von deutscher Kraft
und deutscher Art. Er stand, umbraust von Sturmestoben, von schnödem
Haß beschimpft und Neid, er stand, das mächtge Haupt erhoben, hoch
überragend seine Zeit;

5. Hochragend über sein Jahrhundert, ein Fels im wildempörten
Meer, von Hunderttausenden bewundert, doch auch geliebt – und das
ist mehr! Erbrause, Jubel, Banner, walle! Gott, grüße dich, du einzger
Mann, der kühn des Ruhmes Kränze alle, der seines Volkes Herz
gewann!

6. So laßt uns denn den Namen nennen des Meisters, der das
Reich gebaut: wem Lieb und Treu im Herzen brennen, dem ist’s ein
freudenvoller Laut. – Hinbrause es wie Sturm und Wetter vom
Alpenschnee bis an den Belt: Heil dir, des Vaterlandes Retter,
Heil, Bismarck, dir, du deutscher Held!

vertical_align_top