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Freiheit

Robert Prutz. 1841

1. Noch ist die Freiheit nicht verloren, noch sind wir nicht so ganz
besiegt; in jedem Lied wird sie geboren, das aus der Brust der Lerche
fliegt. Sie rauscht uns zu im jungen Laube, im Strom, der durch
die Felsen drängt, sie glüht im Purpursaft der Traube, |: der brausend
seine Bande sprengt. :|

2. Der sei kein rechter Mann geachtet, dem lohne nie der Jungfrau
Kuß, der nicht aus tiefster Seele trachtet, wie er der Freiheit dienen
muß. Das Eisen wächst im Schoß der Erden, er ruht das Feuer in
dem Stein; und wir allein solln Knechte werden, ja Knechte bleiben
wir allein!

3. Laßt euch die Kette nicht bekümmern, die noch an euerm Arme
klirrt; Zwing=Uri liegt in Schutt und Trümmern, sobald ein Tell
geboren wird! Die blanke Kette ist für Thoren, für freie Männer ist
das Schwert: Noch ist die Freiheit nicht verloren, so lang ein Herz sie
heiß begehrt.

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