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Anfang und Ende

E. M. Arndt. 1856

1. Könnt ich Löwenmähnen schütteln mit dem Zorn und Mut der
Jugend, wie gewaltig wollt ich rütteln an des
Tages blasser Tugend, an dem Trug der Feigen,
Matten, wer will ihre Namen nennen?
die der Väter Heldenschatten nur als Leichenschatten
ken=nen, nur als Leichenschatten kennen.

2. Eisen galt in meinen Tagen. Horch ich diesen Stundenweisern,
hör ich sagen, fragen, klagen: Eisern sei ich, übereisern, fern sei mir
das Los gefallen von den edlen Glanzmetallen, fern, o fern von jenen
allen, |: woraus seine Klänge schallen. :|

3. Weg vom Silber denn, vom Golde! Hin, wohin die Weiser
weisen! Trage, wie dein Schmied es wollte, trage mutig durch dein
Eisen! Preis ihm, der es hat geschmiedet! Nimmer magst du würdig
preisen, nimmer, was die Welt befriedet, was die Welt erhält, das Eisen.

4. O du Segensglanz des Pfluges, Gold der Ähren, Gold der
Reben! O du Blitz des Degenzuges, dam die Völkerzwinger beben!
Lebenhalter, Ehrenhalter, bestes Ding von besten Dingen, o ich könnte
tausend Psalter voll mit deinen Ehren klingen!

5. Darum Preis dem Rauhen, Harten, Preis dem Menschenschirmer
Eisen! Mag vom Blanken, Feinen, Zarten sich ein andrer feiner preisen;
kann ich nur ein Fünkchen zählen in mir echter Männergluten, gönn
ich gern den weichen Seelen volle Weibersehnsuchtsfluten.

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