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Schill

Max v. Schenkendorf. 1809

1. Klaget nicht, daß ich gefallen; lasset mich hinüber-
ziehn zu der Väter Wolkenhallen, wo die ewgen Freuden
blühn! Nur der Freiheit galt mein Streben, in der
Freiheit leb ich nun, und vollendet ist mein Leben, und ich
wag es auszuruhn.

2. Süße Lehnspflicht, Mannestreue, alter Zeiten sichres Licht tauscht
ich nimmer um das Neue, um die welsche Lehre nicht. Aber jenen
Damm zerbrochen hat der Feind, der uns bedräut, und ein kühnes Wort
gesprochen hat die riesenhafte Zeit.

3. Und im Herzen hat’s geklungen, in dem Herzen wohnt das Recht!
Stahl, von Männerfaust geschwungen, rettet einzig dies Geschlecht.
Halte darum fest am Hasse, kämpfe redlich, deutsches Blut! „Für die
Freiheit eine Gasse!“ dacht ein Held in Todesmut.

4. Freudig bin auch ich gefallen, selig schauend ein Gesicht; von
den Türmen hört ich’s schallen, auf den Bergen schien ein Licht. Tag
des Volkes! du wirst tagen, den ich oben feiern will, und mein König
selbst wird sagen: „Ruh in Frieden, treuer Schill!“

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