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Die Wacht auf den Vogesen

Gustav Mühl von Straßburg

1. Hoch durchs Gebirg im Wasgauwald wie Sturmgebraus es
wiederhallt, es tönet wie ein mächtger Schritt, als riß es
Eich und Tannen mit. Voran! voran, du deutsche Braut, der
Wasgau hat dich jetzt erschaut! Voran! voran, du
deutsche Braut, der Wasgau, der Wasgau hat dich jetzt erschaut!

2. Hoch auf dem Berg nun steht es da, das Riesenweib Germania,
sie kam herauf vom kühlen Rhein: Ich mag nicht länger drunten sein,
|: hier nach dem Berg stand längst mein Sinn, hier bleibt die Wacht
mein Hochgewinn! :|

3. Hier schaut mein Blick, in Stolz erglüht, als wie ein Garten
aufgeblüht, die deutsche Heimat weit und breit, wie nirgends sonst voll
Lieblichkeit. O Elsaß drunten, edler Hort, jetzt bleibst mein eigen fort
und fort!

4. Hier steh ich, reck die Arme aus, sei mir gegrüßt, mein Felsen-
haus, seid mir gegrüßt, ihr Tannenhöhn, dem deutschen Aug wie
wunderschön! Wie ist die Aussicht weit und breit so strahlend hier in
Herrlichkeit!

5. Hier schaut mein Blick, in Zorn entbrannt, hinüber dann ins
welsche Land: Im tiefsten Mark hat’s dir gegraust, als du gefühlet
meine Faust! Nun hüt dich ferner, hüt dich fein vor meines Schwertes
Blitzesschein!

6. Hier thront ich schon vor manchem Jahr, hier bleib ich jetzt
und immerdar, nun wettert drunten in dem Thal, Kanonen, donnert
allzumal! Gekommen ist die deutsche Braut, dem Wasgau ewig angetraut!

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