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Zur Feier des 18. Juni

E. A. Mebold. 1821

1. Herbei, herbei, du deutsche Burschenschaft! herbei am vater-
ländschen Freudentage! Es tönt das Lied von deutscher Männerkraft;
es lauscht das Ohr der neuen Heldensage. Der Geist, gedenkend jener
Herrlichkeit des deutschen Volkes, sinnet hin und wieder, und freier
schwebt und deutscher schwebt und licht hernieder der hehre Geist der
neu erwachten Zeit.

2. Zurück, zurück! Wo weilt der trübe Blick? Schwer lag’s und
dunkel auf der deutschen Erde, der Ahnen Kraft dahin, der Ahnen
Glück! Wer rief der Freiheit, daß sie wiederkehrte? Auf, Brüder,
preist die blutge Völkerschlacht; preist unsern Gott, der Sklavenbande
Brecher, und Deutschlands Männer, Deutschlands Schirmer, Deutsch-
lands Rächer preist, die zerstört des Feindes trotzge Macht!

3. Frisch auf! Frisch auf! Es schäumet der Pokal! Rings schaut
die Sonn auf diese grünen Matten; hoch wölbt der blaue Äther sich
zum Saal; auf, lagert hier in duftger Linden Schatten! So sollst du
wie in Lüften hoch und kühn die Wolken dort, die raschen Wandrer,
streben, du deutsches Volk und deutsche Kraft und deutsches Leben aus
schöner Zeit dem Geist vorüberziehn!

4. Es sei, es sei! Du deutsches Vaterland, dir schwören wir den
hohen Schwur der Treue! Gilt’s deine Ehre, greift zum Schwert die
Hand; gilt’s deine Freiheit, sterben wir als Freie! Schwingt, Brüder,
schwingt die Schläger in die Luft, fern tönen soll’s durchs Thal und
tönen wieder das Siegeslied, der Freiheit Lied, das Lied der Lieder,
das uns zur heilgen Festesweihe ruft!

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