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Reiterlied

Th. Körner. 1813

1. Frisch auf, frisch auf mit raschem Flug, frei vor dir
liegt die Welt; wie auch des Feindes List und Trug uns
rings umgattert hält! Steig, edles Roß, und bäume dich, dort
winkt der Eichenkranz; streich aus, streich aus, und trage mich zum
lustgen Schwertertanz, zum lustgen Schwertertanz!

2. Hoch in den Lüften, unbesiegt, geht frischer Reitersmut; was
unter ihm im Staube liegt, engt nicht das freie Blut; weit hinter ihm
liegt Sorg und Not und Weib und Kind und Herd; vor ihm nur
Freiheit oder Tod, und neben ihm sein Schwert.

3. So geht’s zum lustgen Hochzeitsfest, der Brautkranz ist der
Preis; und wer das Liebchen warten läßt, den bannt der Freier Kreis.
Die Ehre ist der Hochzeitsgast, das Vaterland die Braut; wer sie recht
brünstiglich umfaßt, den hat der Tod getraut.

4. Gar süß muß solch ein Schlummer sein in solcher Liebesnacht;
in kühler Erde schlaf ich ein, von meiner Braut bewacht. Und wenn
der Eiche grünes Holz die neuen Blätter schwellt, so weckt sie dich mit
freudgem Stolz zur ewgen Freiheitswelt.

5. Drum, wie sie fällt und wie sie steigt, des Schicksals rasche
Bahn, wohin das Glück der Schlachten neigt: wir schauen’s ruhig an.
Für deutsche Freiheit wolln wir stehn! Sei’s nun in Grabes Schoß
sei’s oben auf den Siegeshöhn, wir preisen unser Los!

6. Und wenn uns Gott den Sieg gewährt, was hilft euch euer
Spott? Ja! Gottes Arm führt unser Schwert, und unser Schild ist
Gott! — Schon stürmt es mächtig rings umher; drum, edler Hengst,
frisch auf! Und wenn die Welt voll Teufel wär, dein Weg geht
mitten drauf.

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