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Deutsches Kriegslied

K. G. Cramer. 1791

1. Feinde ringsum! Feinde ringsum! Um diese
zischende Schlange, Vaterland, ist dir so bange?
bange, warum? bange, warum?

2. |: Zittre du nicht! :| hörst in unsinnigem Rasen du die Trom-
peten sie blasen? |: Zittre du nicht! :|

3. Zittern, wofür? daß sie mit Schauder und Schrecken unsre Ge-
filde bedecken? Sind wir doch hier!

4. Vater und Sohn, flammende Säbel gezogen, kommen wie Raben
geflogen, sprechen ihm Hohn.

5. Feldherr, voran! Seht auf dem Rappen ihn sitzen; schaut, wie
die Augen ihm blitzen! Er macht den Plan.

6. Stern in der Nacht! Greis mit den silbernen Haaren, Feld-
herr, wo sind die Gefahren? Wann, wo die Schlacht?

7. Feind, nur heran! Nicht mit dem schnaubenden Gaule, nicht
mit dem prahlenden Maule schreckst du uns ab!

8. Mut in der Brust! Scharf wie der Wind unsre Säbel, dunkel
die Blicke wie Nebel! Krieg unsre Lust!

9. Vaterland weint! Hörst du’s? Und Vaterlandsthränen machen
aus Kriegern Hyänen: Fluch für den Feind!

10. Kopf in die Höh! Stolzer, wir kommen, wir kommen! Haben
schon Abschied genommen, that uns so weh!

11. Dort ringsumher sengen und brennen die Feinde, weinende
Mädchen und Freunde hinter uns her!

12. Weib, gute Nacht! Pallasche zwischen die Zähne! Fällt auch
darauf eine Thräne, fort in die Schlacht!

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