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Altes Kriegslied

Philander v. Sittewald. 1624

1. Drumb gehet tapfer an, ihr meine Kriegsge-
schlagt ritterlich darein: eur Leben unvernossen!
drossen fürs Vaterland aufsetzt, von dem ihr solches
auch zuvor empfangen habt, das ist der Ehre
Brauch. Val-le-ri, val-le-ra, val-le-ra!

2. Eur Herz und Augen läßt mit Eiferflammen brennen, keiner
vom andern sich menschlich Gewalt lass trennen, keiner den andern
nicht durch Kleinmut je erschreck, noch durch sein Flucht im Heer ein
Unordnung erweck. Valleri ec.

3. Kann er nicht fechten mehr, er doch mit seiner Stimme, kann
er nicht rufen mehr, mit seiner Augen Grimme den Feinden Abbruch
thu, in seinem Heldenmut nur wünschend, daß er teur verkaufen mög
sein Blut.

4. Ein jeder sei bedacht, wie er das Lob erwerbe, daß er in mann=
licher Postur und Stellung sterbe, an seinem Ort besteh fest mit den
Füßen sein, und beiß die Zähn zusamm und beide Lefzen ein;

5. Daß seine Wunden sich lobwürdig all befinden davornen auf der
Brust und keine nicht dahinten, daß sich der Tote selbst noch in dem
Tode zier, und man auf sein’m Gesicht sein Ernst und Leben spür.

6. So muß, wer Tyrannei geübriget will leben, er seines Lebens
sich freiwillig vor begeben: wer nur des Tods begehrt, wer nur frisch
geht dahin, der hat den Sieg und dann das Leben zu Gewinn.

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