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Der Landsturm

Rückert. 1813

1. Der Landsturm! der Landsturm! Wer hat dies schöne Wort er-
dacht? Das Wort, das donnert, blitzt und kracht, daß einem’s Herz im
Lebe lacht, wenn ganz ein Land im Sturm erwacht. Wer
hat den Landsturm auf=gebracht? Der Landsturm! der Landsturm!

2. Der Landsturm! der Landsturm! Der Baur ist nur ein schlechter
Schuft, der nach Soldatenhilfe ruft; der Bauer, der sich selbst macht
Luft, den Feind, den Schuft selbst pufft und knufft, der Bauer ist kein
schlechter Schuft.

3. Der Landsturm! der Landsturm! Der König giebt mir keinen
Sold, und ich bin ihm nicht minder hold. Eur Acker, sprach er, ist
eur Gold, drum, wenn ihr den bewahren wollt, so schlagt den Feind,
das ist eur Sold.

4. Der Landsturm! der Landsturm! Der Feind ist blind und taub,
der Wicht; er kennt ja Weg und Stege nicht; er findt ja keinen Führer
nicht; das Land ist mein, wie kennt ich’s nicht? Drum fürcht ich auch
vorm Feind mich nicht!

5. Der Landsturm! der Landsturm! Der Feind, der Wicht, ist
taub und blind, und seine Schlachten sind ein Wind: er weiß ja nicht,
wofür sie sind; ich hab im Rücken Weib und Kind, ich weiß, wofür
die Schlachten sind.

6. Der Landsturm! der Landsturm! Die Glocke, die zur Tauf
mich trug, die Glock, die mir zur Hochzeit schlug, die Glocke ruft mit
lautem Zug; der Glocke Ruf ist niemals Trug; die Glocke ruft, das
ist genug.

7. Der Landsturm! der Landsturm! Hörst du’s vom Kirchturm
stürmen, Frau? Siehst du die Nachbarn wimmeln? Schau! und
drüben stürmt es auch im Gau. Ich muß hinaus. Auf Gott vertrau!
Des Feindes Blut ist Morgentau. Der Landsturm! der Landsturm!

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