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Bismarcklied

Wilhelm Berger

1. Der Gott, der Bismarck werden ließ, hat’s gut mit uns ge-
meinet; als er den Odem in ihn blies, da wollt er uns geeinet. Der
Jammer endlich traf sein Ohr, den wir so lang ertragen, in Wort und
Lied der Schmerzenschor vielhundertjährger Klagen.

2. Das war ein Recke, fromm und stark im Kriege wie im Frieden,
der auf der Flur der alten Mark erstand, das Reich zu schmieden.
Nicht focht ihn an der Feinde Spott, noch ihre Zähn und Krallen,
und Furcht vor niemand außer Gott hat jemals ihn befallen.

3. Als er den wilden Tanz begann zum Donner der Kanonen,
da hub ein großes Würfeln an um Scepter und um Kronen. Und
als der Sieg gewonnen war und Haß gewandt in Liebe, bot sich ein
neidscher Nachbar dar und wollte deutsche Hiebe.

4. Da schrieb Alldeutschland im Verein, zum Schreck der After=
weisen, sich in die Weltgeschichte ein mit Schrift von Blut und Eisen.
Hoch stieg der kaiserliche Aar empor mit mächtgen Schwingen; ent=
zaubert Barbarossa war, die Raben schlafen gingen.

5. Und Bismarck am Versailler Thron sprach froh zu seinen Leuten:
„Im Sattel saß ja Deutschland schon, nun aber kann es reiten. Und
muß ihm auch die Wacht am Rhein noch lange Jahre frommen: zur
Abwehr tritt’s geschlossen ein - sie mögen uns nur kommen!“

6. Doch keiner hat sich noch gerührt, uns Aug in Aug zu schaden;
wer Bismarcks Eisenfaust gespürt, dem schlottern noch die Waden.
Und Friede blieb’s. Es stand das Reich Gewehr beim Fuß auf Erden.
- Das war des Kanzlers Meisterstreich, des Friedens Hort zu werden.

7. Die großen Kämpen schieden all, die mit ihm eingezogen als
Sieger unter Jubelschall, auf der Begeistrung Wogen. Auch unsres
Heldenkaisers Zeit lief ab nach Gotts Gefallen, das schuf dem Kanzler
bittres Leid, dem treuesten Vasallen.

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