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Meum est propositum

1. Meum est propositum ad tabernam ire,
ubi sonant tympana, ubi sonant lyrae.
Nullum decet vacuum tabernam transire,
nisi prius debeat scyphum deglutire.

2. Poculis accenditur animi lucerna,
cor imbutum nectare volat ad superna.
Mihi sapit dulcius vinum de taberna,
uam, quod aqua miscuit praesulis pincerna.

3. Loca vitant publica quidam po�tarum
et secretas eligunt sedes latebarum;
student, instant vigilant, nec laborant
parum, et vix inde reddere possunt opus clarum.

4. Ieunant et abstinent po�tarum chori,
vitant rixas publicas et tumultus fori, et ut
opus faciant, quot non possit mori,
moriuntur studio subditi labori.

5. Tales versus facio, quale vinum bibo;
nihil possum facere nisi sumpto cibo;
nihil valent penitus, quae ieiunus scribo,
Nasonem post calicem carmine praeibo.

6. Mihi nunquam spiritus po�trae datur,
nisi prius fuerit venter bene satur; cum in
arce cerebi Bacchus domiatur, in me
Phoebus irruit et miranda fatur.

7. Unicuique proprium dat natura munus:
ego numquam potui scribere ieiunus, me
ieiunum vincere posset puer unus; sitim
et ieiunum odi tamquam funus.

8. Unicuique proprium dat natura domum;
ego versus faciens bibo vinum bonum et
quod habent purius dolia cauponum; tale
vinum generat copiat sermonum.


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Deutsch
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1. Mein Vorsatz ist es, in die Kneipe zu gehen, wo die Tamburine und die Leiern erklingen. Es ziemt sich f�r niemanden, an einer leeren Kneipe vorbeizugehen, ohne zuvor pflichtgem�� einen Becher getrunken zu haben.

2. Das Licht des Geistes entz�ndet sich durch die Becher, das Herz fliegt, benetzt vom Nekar, gen Himmel. Mir schmeckt der Wein aus der Kneipe s��er als der, der vom Mundschenk des Bischofs mit Wasser vermischt wird.

3. Manche Dichter meiden �ffentliche �rtlichkeiten und w�hlen abgelegene Zufluchtsorten aus, eifern, bem�hen sich heftig, bleiben wach und arbeiten nicht wenig, und k�nnnen kaum endlich ein ber�hmtes Werk vorweisen.

4. Die Ch�re der Dichter fasten und bleiben fern, meiden �ffentliche Streitigkeiten und Tumulte auf dem Forum, und um ein Werk zu schaffen, das nicht sterben kann, sterben sie im Eifer, der Arbeit hingegeben.

5. Verse mach ich von der Art, wie der Wein ist, den ich trinke, gar nichts kann ich machen, ich h�tte denn gegessen, nicht das mindetse ist wert, was ich n�chtern schreibe, nach dem Trunk kann den Ovid ich im Dichten �bertreffen.

6. Mir wird nie der Geist der Poesie verliehen, wenn der Bauch nicht vorher gut ges�ttigt ist; wenn in der Burg des Hirns Bacchus die Herrschaft hat, kommt Phoebus �ber mich und k�ndet Wunderdinge.

7. Jedem einzelnen gibt die Natur eine eigene Gabe: ich konnte niemals n�chtern schreiben, n�chtern k�nnte mich jeder Junge besiegen. Durst und Hunger hasse ich wie ein Begr�bnis.

8. Jedem einzelnen gibt die Natur ein wesenhaftes Geschenk: wenn ich Verse verfasse, trinke ich guten Wein, und das, was die F�sser der Wirte von der besten Sorte haben; solch ein Wein hatte eine Menge an sprachlichen Wendungen hervorgebracht.

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