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Merkt auf, ich weiß ein neu Gedicht

1. Merkt auf, ich wei� ein neu Gedicht
von einer hohen Schule
und wenn sie liegt am Necker nicht,
so suchet sie in Thule!
Dort schwingt den Becher jung und alt,
die Kanben, M�nner, Greise
und tausendstimmig hallt und schallt
die alte hehre Weise:
Die Welt ist rund und mu� sich drehn.
Was oben war, mu� unten stehn.
|:Wein her! Wein her! :|

2. Einst sprach der Rektor kummerschwer:
�Es will mich fast bed�nken,
als ob die Herrn Studenten mehr,
als ihnen ziemet, trinken.
La�t's Eure Sorge sein, Pedell,
da� Ma� die Jugend halte!"
Da eilte der Getreue schnell
zur Schenke, wo es schallte:
�Die Welt usw."

3. Es rann das gro�e Ausstichfa�
im Sch�nk zum goldnen L�wen;
der Boden und der Tisch war na�
von edlem Blut der Reben.
Der Herr Pedell kam, sah und trank
erst Neuen und dann Alten,
bis schwer das Haupt ihm niedersank
und seine Lippen lallten:
�Die Welt usw."

4. Tags drauf der Rektor z�rnend sprach:
�Auch Ihr z�hlt zu den Toren;
jetzt geht und ruft in mein Gemach
die Herren Professoren!" �
�Ihr werten Herrn, nun steht mir bei,
den uns vertrauten Seelen
zu legen Suff und V�llerei
und das verw�nschte Gr�hlen:
�Die Welt usw."

5. Es sa�en bis nach Mitternacht
beisammen die Hochweisen,
und weil das Sprechen durstig macht,
lie� man den Becher kreisen;
und als der Herr Pedell sein Ohr
gen�h'rt der T�re Spalte,
fuhr er mit freud'gem Schreck empor,
dieweil es drinnen schallte:
�Die Welt usw."

6. Es war den Herrn am n�chsten Tag
im Kopfe etwas �de.
Von Schwelgerei und Zechgelag
war weiter nicht die Rede.
Studenten trinken und Senat
seitdem in gleicher Weise
und himmelw�rts schallt's fr�h und spat
aus lust'ger Zecher Kreise: �Die Welt usw."

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