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De Eikbom

Fritz Reuter

1. Ick weit einen Eikbom, de steiht an de See, de Nurdstrom de brust in sin Knast, stolz reckt hei de mächtige Kron in de Häh, so ist dat all dusend Johr west: |: kein Minschenhand, de hett em plant't; hei reckt sick von Pommern bet Nederland. :|

2. Ick weit einen Eikbom vull Knorrn und vull Knast, up den'n fött kein Bil nich und Äxt. Sin Bork is so rug un sin Holt ist so fast, as wir hei mal bannt und behext. Nicks hett em dahn; hei ward doch stahn, wenn wedder mal dusend von Johren vergahn.

3. Un de König un sine Fru Königin un sin Dochter, de gahn an den Strand: "Wat deiht dat für'n mächtigen Eikbom sin, de sin Telgen reckt äwer dat Land? Wer hett em plegt, wer hett em hegt, dat hei sine Bläder so lustig rögt?"

4. Un as nu de König so Antwurt begehrt, tret't vör em en junge Gesell: "Herr König, Ji hewwt Jug ja süs nich drum schert, Jug Fru nich un Juge Mamsell! Kein vornehm Lüd, de hadden Tid, tau seihn, ob den Bom ok sin Recht geschüht.

5. Un doch gräunt so lustig de Eikbom up Stunns, wi Arbeitslüd hewwen em wohrt; de Eikbom, Herr König, de Eikbom ist uns', uns' plattdütsche Sprak is't un Ort. Kein vornehm Kunst hett s' uns verhunzt, fri wüssen s' tau Höchten ahn Königsgunst!"

6. Rasch giwwt em den König sin Dochter de Hand: "Gott seg'n di, Gesell, für din Red! Wenn de Stormwind einst brust dörch dat dütsche Land, denn weit ick 'ne sekere Städ'. Wer eigen Ort fri wünn und wohrt, bi den'n ist in Not ein taum besten verwohrt."

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