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Freiheit

Max v. Schenkendorf. Um 1810

1. Freiheit, die ich meine, die mein Herz erfüllt,
komm in deinem Scheine, süsses Engelsbild!
Magst du dich nie zeigen der bedrängten Welt?
|:Führest deinen Reigen nur am Sternenzelt.:|

2. Auch bei grünen Bäumen in dem lust'gen Wald,
unter Blütenträumen ist dein Aufenthalt.
Ach! das ist ein Leben, wenn es weht und klingt,
|:wenn ein stilles Weben wonnig uns durchdringt.:|

3. Wenn die Blätter rauschen süssen Freudengruss,
wenn wir Blicke tauschen, Liebeswort und Kuss.
Aber immer wieder nimmt das Herz den Lauf,
|:auf der Himmelsleiter steigt die Sehnsucht auf.:|

4. Aus den stillen Kreisen kommt mein Hirtenkind,
will der Welt beweisen, was es denkt und minnt.
Blüht ihm doch ein Garten, reift ihm doch ein Feld
|:auch in jeder harten steinerbauten Welt.:|

5. Wo sich Gottes Flamme in ein Herz gesenkt,
das am alten Stamme treu und liebend hängt;
wo sich Männer finden die für Ehr' und Recht
|:mutig sich verbinden, weilt ein frei Geschlecht.:|

6. Hinter dunklen Wällen, hinter ehr'nem Thor
kann das Herz noch schwellen zu dem Licht empor.
Für die Kirchenhallen, für der Väter Gruft
|:für die Liebsten fallen, wenn die Freiheit ruft.:|

7. Das ist rechtes Glühen, frisch und rosenrot:
heldenwangen blühen schöner auf im Tod.
Wolltest du uns lenken Gottes Lieb' und Lust,
|:wolltest gern dich senken in die deutsche Brust!:|

8. Freiheit, die ich meine, die mein Herz erfüllt,
komm in deinem Scheine, süsses Engelsbild!
Freiheit, holdes Wesen, gläubig, kühn und zart,
|:hast ja lang erlesen dir die deutsche Art.:|

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